Die Wasserkrise ist in erster Linie eine Krise des Wassermanagements
Campus Suderburg – Feeling für Innovationsklima
Suderburg. Wasser ist Leben und bedeutet außerdem enorme Zukunftsmärkte und
Verantwortung, denn: Sauberes Wasser ist knapp! Das verlangt nachhaltiges Ressourcen-
Management. Hinzu kommt die globale Betrachtung der Wasserfrage, insbesondere im
Hinblick auf den steigenden Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen (NAWAROS),
ausgelöst u.a. durch den Klimawandel. Der sich abzeichnende Trend geht weg von fossilen
Brennstoffen und Kunststoffprodukten aus Erdöl und hin zu NAWAROS. Flachs, Baumwolle
und Naturharze ergeben den Werkstoff, aus dem künftig bspw. Fahrzeuge gebaut werden
könnten Das Problem: Ohne einen intakten Wasserhaushalt können
nachwachsende Rohstoffe nicht in ausreichenden Mengen produziert werden.
Mit über 500 Unternehmen verfügt Niedersachsen über enorme Kompetenzen auf dem Gebiet der „Wasserindustrie“ und ist deutschlandweit führend. Gebündelt wird das Wissen um Wasser auf dem Umweltcampus in Suderburg. Eine ungewöhnlich ausgestaltete Veranstaltung, die im Rahmen von neugierig.07 stattfand, brachte die norddeutsche Wasserindustrie, international vernetzte Wissenschafter und den ersten Rennwagen aus nachwachsenden Rohstoffen zusammen. Vorträge, Präsentationen, Talkrunde inklusive Videokonferenzen mit Experten aus Südafrika und der Schweiz und dazu musikalische Impressionen sorgten für eine fruchtbare Gesprächsatmosphäre.
Thomas von Loewis of Menar, Geschäftsführer vom Rennstall Fourmotors PR
GmbH, Reutlingen, präsentierte 150 Besuchern und diversen Kamerateams den spritzigen
Mustang aus NAWAROS Auf der IAA als Innovation ob seiner Ausgereiftheit gefeiert, weist
dieser BioConcept Mustang GT RTD trotz seiner 280 PS eine saubere Umweltbilanz nach.
Er ist ein Vorbild für nachhaltige Mobilität. Lars Reimer, Reimer-Modelltechnik, Salzgitter,
und Prof. Dr. Ulrich Riedel, DLR Braunschweig, stellten den Bio-Renner vor, den sie
gemeinschaftlich konstruierten.
„Entstanden ist diese Innovation aus NAWAROS durch technisch-interdisziplinäre Zusammenarbeit; erfolgreich wurde sie, weil Menschen unterschiedlicher Kompetenzen sich auf Augenhöhe zum richtigen Zeitpunkt und im passenden Innovationsklima begegnet sind“, so die Überzeugung von Harald Burmeier, Professor für Abfallwirtschaft und Flächenrecycling. „Effiziente Kooperationen entstehen, wenn ein annehmbares Innovationsklima vorherrscht - daran muss man in Norddeutschland noch arbeiten. Unser Umweltcampus Suderburg trainiert auch das.“ Unternehmervertreter Dipl.-Ing. Jörg Martini, Möbius Bau-Aktiengesellschaft Hamburg, unterstützt dieses Engagement. „Nur mit Innovationen und fachbegeisterten Ingenieuren, für die Kooperation kein Fremdwort ist, sind wir wettbewerbsfähig!“ Prof. Dr. Reiner Homrighausen, Geschäftsführer German Water and Energie GmbH, Peine: „Wir brauchen englischsprachige und interdisziplinär ausgebildete Ingenieure, die neugierig und weltoffen unterwegs sind.“ Die norddeutsche Wasserindustrie generiert heute rund 60 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Gute Ingenieure mit Visionen sind Mangelware, was internationale Headhunter auf den Plan ruft. Mit dieser kompakten und informativen Veranstaltung hat der Umweltcampus Suderburg erneut seine Kompetenz und das Feeling für angemessenes Innovationsklima bewiesen.
Loni Franke



