Prof. Dr. Ravi Naidu
Kooperation mit Umweltforschungszentrum in Adelaide

Prof. Dr. R. Naidu, der international renommierte Umweltwissenschaftler in Suderburg mehr

Geochronological Work on Coastal Sediments

Prof. Dr. Brigitte Urban, Campus Suderburg, gehört zu einem international renommierten Expertenteam, das u. a. in Indien die ökologischen Folgen von Tsumanikatastrophen erforscht. mehr

Beschreibung des Bildes
Institute bündeln Kernkompetenzen

Erfolgreiches interdisziplinäres Arbeiten und Forschen heißt: die Kernkompetenz deutlich zu identifizieren und mehr


Studieren, wo andere Urlaub machen

Im Herzen des Hardautales, am Rande des Naturparks Südheide, liegt der idyllische, aber keineswegs verschlafene Ort Suderburg. mehr

Rambla
Abraumhalden der Bahía de Portman (Bericht links)

Nun ist es ein kontaminierter Bereich voller Abraum, der so mit Schwermetallen verseucht ist, das eine Sanierung wohl nur mit EU- Geldern aus Brüssel gelingt.

We live Internationality!

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The environment campus in Suderburg maintains worldwide cooperations with universities and other scientific institutions!

Studierende aus 14 Nationen bauen an einem Schafstall

Internationales Lehmbauseminar als Bestandteil des Studiums

Lehmbau Lehmbauseminar
Lehmbauseminar

Suderburg.„Wer seinen Beruf international ausüben will, sollte nicht nur modernste Bautechniken und digitale Hightechlösungen kennen, sondern auch simple, aber effektive Methoden beherrschen - Ingenieure sollten Lehmwände bauen können“, empfiehlt Prof. Dr.-Ing. Heinz-Dieter Olbrisch vom Campus Suderburg. Er ist Leiter des Masterstudiengangs Tropenwasserwirtschaft der Ostfalia, Campus Suderburg. Im Rahmen dieses international angelegten Studiengangs findet jedes Jahr ein Seminar „Lehmbau" statt, installiert von Prof. Olbrisch und fachmännisch geleitet von Hans Baumann, einem ebenfalls weltreisenden Fachmann, der als Erster einen Mastergrad in Lehmbau in Deutschland erworben hat. Neben vielfältigen Arbeiten in Deutschland hat er Erfahrungen in Indien, Nepal und Argentinien sammeln können. Aktuell pendelt Hans Baumann zwischen Argentinien und Deutschland, wo er mehrere Lehmbauprojekte betreut.

„In der Vergangenheit haben wir an mehreren Häusern im Museumsdorf Hösseringen unter fachkundiger Anleitung von Baumann Wände aufgebaut. Da aber kein Haus für entsprechende Arbeiten mehr zur Verfügung steht, hatte Dr. Löbert, der Leiter des Museumsdorfes, die Idee, den historischen Hofschafstall auf dem Hof der Familie Hilmer in Böddenstedt zu restaurieren“, erzählt Prof. Olbrisch. Der Schafstall, datiert um 1780, war stark verfallen und in der Vergangenheit nur notdürftig und nicht stilgerecht vermauert worden. Da er aber unter Denkmalschutz steht, ist er ein passendes und anspruchsvolles Lehrobjekt für Studierende des Masterstudiengangs Tropenwasserwirtschaft.

Lehmbau Lehmbauseminar
Lehmbauseminar Gruppenfoto

Vor drei Jahren begann die junge Gruppe mit den kontinuierlichen Arbeiten am Schafstall. Inzwischen ist ein beachtlicher Teil des baufälligen historischen Altbaus in traditioneller Lehmbauweise restauriert. Den Studierenden ist der Stall mittlerweile ans Herz gewachsen.

Bisher wirkten insgesamt Studierende aus 14 Ländern - sozusagen in "internationaler Arbeitsgemeinschaft" an der Wiederherstellung des Stalls mit, darunter Männer und Frauen aus Bolivien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Afrika, Ägypten, Äthiopien, Malawi sowie Bangladesh, China, Indonesien, Nepal, Russland und Deutschland.

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Internationale Frauenuniversität
Internationale Frauenuniversität,
IFU in Suderburg

Das Department für Bau-Wasser-Boden in Suderburg häuft seit über 150 Jahren enormes Wissen über die fundamental wichtige Ressource Wasser und das nötige Ressourcen-Management an. Weltweit gilt der Umweltcampus Suderburg mit dem Schwerpunkt Bauingenieurwesen unter Experten als Know-how-Träger. Die Grenzen zwischen wissenschaftlicher, projektbezogener Zusammenarbeit inklusive über die Jahre gewachsene Freundschaften sind fließend. Neugier und Herzblut sind der Motor und lassen das Vernetzen von Wissen, Funktionen, Menschen und Kulturen nachhaltig werden – mit dem Ergebnis: Schnittstellen, insbesondere im Wissens- und Technologietransfer zu optimieren. Ein Rezept das Erfolg bewiesen hat, finden insbesondere die Absolventen.

„Ich bin zwar pleite, aber es hat sich gelohnt!“

Auslandsemester ohne Geld und Unterstützung - absolut selbstständig organisieren und arbeiten!

Ann-Kathrin Kaschner und Thomas Fichtelmann mit spanischer Komilitonin
Ann-Kathrin Kaschner und Thomas Fichtelmann mit spanischer Komilitonin

Suderburg. Wenn Studierende auf eigene Kosten und ohne nennenswerte Unterstützung seitens der Leuphana Universität Lüneburg ihre Praxissemester im Ausland organisieren und absolvieren, ist das auf den ersten Blick ärgerlich und nicht gerade motivierend. Aber wenn sie trotz dieser widrigen Umstände erfolgreich sind, liegt es nahe, dass aus dem angestrebten Beruf eine viel versprechende Berufung werden kann. „Mit meinem letzten Geld bin ich aus Mexiko vom mexikanischen Wassertechnologieinstitut (IMTA) in Cuernavaca zurück nach Deutschland geflogen. Jetzt bin ich pleite, aber es hat sich gelohnt“, erzählt Ann-Kathrin Kaschner. Sie hat sich für den Studiengang Wasserwirtschaft und Bodenmanagement (WABO) an der Uni Lüneburg auf dem Campus Suderburg, dem Department für Bau-Wasser-Boden, entschieden. Ann-Kathrin ist kein Einzelfall: Thomas Fichtelmann, 7. Semester WABO, ist es ebenso ergangen. Nur, dass sein Ziel das Department für Ökologie und Hydrologie an der Universität Murcia (Spanien) - eine der trockensten Regionen Europas war. Fichtelmann ergriff selber die Initiative: „Ich bewarb mich bei 68 Firmen, nichtstaatlichen Organisationen, Forschungseinrichtungen und Ministerien in Spanien, Ecuador, Bolivien, Chile, Argentinien, Guatemala, Venezuela, Kolumbien, Kuba und Mexiko um ein Praxissemester. Ausbeute: 5 Zusagen“, erinnert sich der Student.

Beide absolvierten ihre rund siebenmonatigen Praktika, um Fachwissen, Sprachkenntnisse sowie ihre persönliche interkulturelle Kompetenz im Ausland auf Praxistauglichkeit zu überprüfen. Inmitten der neuen Lern- und Alltagskultur mit den extremen klimatischen Verhältnissen klar zu kommen, empfanden beide anfangs als heikle Herausforderung.

Spanien: Mit dem Laptop gegen ausgetrocknete Flussbetten

Künstlich beregnete Flächen sorgen für enorme Produktionskapazitäten
Künstlich beregnete Flächen sorgen für enorme Produktionskapazitäten

Thomas Fichtelmann untersucht Ramblas. Das sind zeitweise ausgetrocknete Flussbetten, die in der Regenzeit zu reißenden Strömen werden und für enorme Überschwemmungen, sorgen können. „Mich fasziniert es, die Beziehungen zwischen der Geologie, Morphologie und Bodennutzung in extrem trockenen Flusseinzugsgebieten wie der Region Murcia, im Südosten Spaniens, zu untersuchen. Diese Region ist die Trockenste Europas. Das dicht besiedelte Gebiet ist der größte Produzent von Obst, Gemüse und Blumen in Europa. 3000 Sonnenstunden jährlich (doppelt so viele wie in HH), fruchtbares, mildes Klima und stark künstlich beregnete Flächen sorgen für enorme Produktionskapazitäten, aber auch für den schmutzigsten Fluss Europas - den Río Segura.“

Neben zahlreichen Feldstudien in dieser Region arbeitet Fichtelmann überwiegend am PC. Für ihn wurde der Umgang mit Geoinformationssystemen, Datenbanken und vor allem Statistiksoftware zur Routine. Nachteilig für ihn auch hier die fehlende finanzielle Förderung. Seinen privaten Laptop rüstete er kurzerhand auf eigene Kosten um. Geld, das er eigentlich nicht hatte, weil Ticket, Unterbringung und Verpflegung bereits komplett zu seinen Lasten gingen.

Trotzdem ergriff Thomas Fichtelmann die Chance, sein theoretisches Wissen in einem internationalen Team anzuwenden. Die Vermutung „seiner“ Forschungsgruppe, dass die temporäre Erhöhung von Stickstoffgehalte in untersuchten Flussbetten nicht nur auf den erhöhten Einsatz von Düngemitteln, sondern auch auf die Auswaschung von organischem Stickstoff aus Gesteinsmaterial zurückzuführen ist, bestätigte sich. Sein erster beruflicher Erfolg!

Fichtelmann erstellte mit seinen spanischen Kollegen für die Region Murcia erstmals digitale Karten mit geologischen Klassifizierungen, die sämtliche Bodeneigenschaften statistisch erfassen.

Arsen im Trinkwasser - tödliches Leid für die Bevölkerung

Ann-Kathrin Kaschner arbeitete sich bei IMTA in die Thematik der Goethit-Herstellung ein
Ann-Kathrin Kaschner arbeitete sich in die Thematik der Goethit-Herstellung ein

Ann-Kathrin Kaschner erhielt sehr kurzfristig die Zusage für das Praxissemester in Mexiko. Zeit für Planungen blieb nicht. Der Antrag auf Auslandsförderung wurde abgelehnt mit der Begründung, dass eine Förderung nur geleistet werden könne, wenn das Ableisten des Praxissemesters im außereuropäischen Ausland vorgeschrieben - also nicht nur „förderlich“ sei. Als rechtliche Grundlage für das Praktikum musste ein bilateraler Kooperationsvertrag zwischen der Universität Lüneburg und der außereuropäischen Praktikumsstelle herhalten.

„Das war schon eine echte Startschwierigkeit und rückblickend der einzige Nachteil, die Finanzierung des Praktikums aus eigenen Mitteln bestreiten zu müssen. Doch meine Chance war da und meine Vorfreude auf ein Praktikum in Mexiko riesig“, erzählt die 23-jährige Studentin.

Mexiko ist 50 mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, mit Klimazonen, die von subtropischen bis zu alpinen Temperaturen als auch über Wüstenklima reichen. Kaschner ging an das mexikanische Wassertechnologieinstitut (IMTA). Es verfügt über eine sehr moderne Infrastruktur mit 14 Labors, die in der Forschungslandschaft für die Bereiche Klima- und Wetterforschung, Wasseranalytik und des Wasserbaus international bekannt sind. Das Institut befindet sich im Bundesstaat Morelos, auf einer Fläche von etwa 20 Hektar in der Stadt Cuernavaca, bekannt als Stadt der Gegensätze. Wohlstand, Leid und Armut liegen hier extrem nah beieinander.

Ann-Kathrin Kaschner interessiert sich besonders für arsenhaltiges Trinkwasser aus Grundwasservorkommen, das hier für tödliche Krankheiten in der Bevölkerung sorgt.

Arsen ist die gefährlichste chemische Verunreinigung im Grund- und Trinkwasser. Bereits 50 ppm Arsen pro Liter genügen, um in 10 -15 Jahren lebensgefährliche Gesundheitsprobleme auszulösen. Erstes Krankheitssymptom ist eine veränderte Hautpigmentierung, die oft bis zum Hautkrebs führt. Später kommen Herz und Nervenprobleme hinzu und Lungen-Nieren- oder Blasenkrebs können sich entwickeln. Gebiete mit arsenhaltigem Trinkwasser sind rund um den Globus zu finden. Am bekanntesten sind Länder wie Taiwan, Chile, Argentinien, Mexiko, Ghana, Ungarn, die Mongolei, Indien und insbesondere Bangladesh. Betroffen sind aber auch große Gebiete der USA sowie, aber noch nicht hinreichend untersucht, Nepal, Pakistan, Thailand, Laos, Kambodscha und Sumatra. Arsen gelangt durch Verwitterung arsenhaltiger Mineralien, die aus dem Gestein gelöst werden, ins Trinkwasser.

Ann-Kathrin Kaschner arbeitete sich bei IMTA in die Thematik der Goethit-Herstellung ein. Goethit (FeO(OH)) ist ein kristallisierendes Hydroxid-Mineral (benannt nach J.W. Goethe), das sich für die Reduktion von Arsen im Trinkwasser eignet. Kaschner führte hierzu Pilotversuche durch, um herauszufinden, wie schnell und effektiv sich das Arsen mit Hilfe von Goethit aus dem Wasser entfernen lässt. Unterstützt wurde sie dabei von der Ruhr-Universität Bochum. Gegen Ende ihres Aufenthaltes übersetzte sie Verfahrensanweisungen über die Goethitherstellung vom Deutschen ins Spanische.

Das Elend der arsenverseuchten Menschen einerseits, das multikulturelle Leben mit dem ungewohnt quirligen Lebensrhythmus andererseits faszinierte die deutsche Studentin. „Hier kann nur westliches Know-how helfen. Ich weiß, ich werde hierher zurückkehren“, bestätigt sie engagiert im Interview.

... und noch einmal zum Kongress nach Spanien

Arsenverseuchte Gebiete
Arsenverseuchtes Gebiet

Kurz vor Weihnachten nahmen Ann-Kathrin Kaschner und Thomas Fichtelmann als Vertreter der Fakultät III (Umwelt und Technik) der Universität Lüneburg, am 1. CONGRESO INTERNACIONAL OASIS Y TURISMO SOSTENIBLE (1. Internationaler Kongress über die nachhaltige Entwicklung und den Tourismus der Oasen), im spanischen Elche teil. Im Rahmen eines interdisziplinären Projektes, unter der Leitung von Dr. Nuria Miralles Andress (Koordinatorin des Faches Spanisch an der Universität Lüneburg) wirkten sie an hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Arbeitskreisen zu Themen wie Wasserressourcen-Management, nachhaltigem Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit in Oasen mit. Sie führten Interviews mit renommierten Forschern wie Michael Ferry, José Navarro Pedreño oder José Antonio Larrosa Rocamora und organisierten ein internationales Studentenforum. Ergebnisse des Kongresses.

Rückblickend war das für die beiden Suderburger Studenten wohl das bisher intensivste ihres Lebens. Sie machten unglaublich viele neue fachliche und persönliche Erfahrungen, sammelten Eindrücke und Erlebnisse, die sie reifen und besser verstehen ließen. Das nächste Ziel der beiden ist nun die Diplomarbeit, die am liebsten natürlich wieder in Spanien oder Hispanoamerika, geschrieben werden soll.